
eZine von Redaktion Wissenschaft
Wissenschaft - Michel Serres: Ein Plädoyer für mehr Demokratie innerhalb der Wissenschaft
Der französische Philosoph Michel Serres, Mitglied der Académie francaise hat nachgedacht und gesprochen. Und zwar folgendes:
„Wir müssen eine Demokratie der Forschung einführen“
„Es ist notwendig, auf die Bedenken der Bevölkerung zu reagieren – zu reagieren, nicht Vorgaben zu erklären! Zwei Jahrtausende lang hat die Welt der Wissenschaft geforscht, ohne auf Stimmen aus dem Volk einzugehen. Diese Haltung von ‚Sei bloß still und wir werden es dir erklären’ muss sich verändern: Wir müssen vermehrt reagieren und weniger erklären“
„Ein großer Anteil der Bevölkerung gibt an, über den wissenschaftlichen Fortschritt besorgt zu sein, aber wir sollten sie fragen worüber genau sie besorgt ist! […] Es macht keinen Sinn, zu erklären, was eine Supernova ist, wenn die Menschen eigentlich über genetisch veränderte Organismen besorgt sind“
„Im Moment halten die Medien sich für die vox populi und entscheiden, worüber berichtet wird. Um höhere Einschalt- oder Hörerquoten zu erzielen, werden wissenschaftliche Nachrichten übersprungen“
Fazit: Es gibt keine klar abgegrenzte Beziehung zwischen „Wissenschaft und Gesellschaft“, sondern eine Gesellschaft, die sich aus unterschiedlichen AkteurInnen zusammensetzt.
Stellt sich nur noch die Frage: wie lange werden wir brauchen, um diesen Gedankensprung von Erklären/Dozieren hin zu Zuhören/Reagieren, von statisch/dogmatisch zu dynamisch/plural schaffen?
am 19.03.2008 14:21




