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20.11.2008
Über Alternativen und Entsc...
Igler Reflexe (290 Beiträge online)
Igls ist ein Dorf ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck und seit 1942 als Stadtteil von Innsbruck eingemeindet. Trotz seines Bekanntheitsgrades als Wintersportort und der 1964/ 1976 für die Winterolympiaden erbauten Kunsteis-Bob- und Rodelbahn mit regelmäßigen internationalen Rennen, ist Igls ein eher ruhiger, angenehmer Stadtteil – ohne laute events. Bei meinen Mittelgebirgswanderungen verarbeite ich die positiven und negativen Nachrichten der Welt zu kleinen Sentenzen (Gedankenlyrik), etwas umfangreicheren Essays und Wirtschaftsartikeln, die ich als freischaffender Publizist und Künstler publiziere. In loser Folge werde ich unter dem Titel IGLER REFLEXE Gedanken, Gedankenlyrik und etwas umfangreichere Essays hier veröffentlichen.

eZine von Alfred Rhomberg

Igler Reflexe - Über Alternativen und Entscheidungsfreiheit

Channel: Staat/Politik
Kommentare: 2
Igler Reflexe - Über Alternativen und  Entscheidungsfreiheit - Alfred Rhomberg - Alternative (ja) - Entscheidungsfreiheit?
Bildquelle: Alfred Rhomberg - Alternative (ja) - Entscheidungsfreiheit?

Alternativen

dürfen, müssen, sollen, wollen,
viele Alternativen bietet das Leben nicht.

anderereits:

ich darf einiges, ich sollte vieles und will sehr viel mehr -

sind das nicht Alternativen genug?

(aus meinem kleinen im Eigenverlag publizierten Buch: „Sentenzen aus einer banalen Zeit“)

Man schreibt solche Zeilen recht leichtfertig – wenn man etwas darüber nachdenkt, wird die Sache schnell kompliziert – besonders, wenn man sich mit dem Instrumentarium der Philosophie dem Begriff der „Alternativen“ nähert und dieses dann zusätzlich noch versucht, mit demjenigen der Psychologie abzugleichen – ein fast hoffnungsloser Prozess.

Da ergäbe sich zunächst die Frage, wie viele Alternativen überhaupt vernünftig wären und man käme dann vielleicht zu der Antwort: so viele wie möglich! Das wäre jetzt völlig leichtfertig, denn wer allzu viele Alternativen hat, gerät sofort in ein psychologisches Dilemma, das am besten mit dem bekannten Begriff der „Qual der Wahl“ gekennzeichnet ist.

Hätten wir nur eine einzige Option, können wir uns logischerweise nicht entscheiden, wir müssten automatisch diese Option wählen. Also brauchen wir zumindest zwei Optionen, die sich leider gegenseitig auch ausschließen könnten. Die Wahl wird in jedem Fall ab zwei Alternativen zu einem Bewertungsproblem: wir müssen entscheiden, welche Alternative die bessere ist. Wer all zu viele Alternativen hat, würde genau an diesem Problem scheitern, denn zu viele Alternativen machen die Bewertung zu einem langwierigen und schwierigen Prozess.

Anm.: Wir merken das zunehmend in unseren europäischen Demokratien, in denen die Zahl der theoretisch wählbaren Parteien trotz 4 oder 5 Prozenthürden im Wachsen begriffen ist. Die USA haben uns in dieser Beziehung mit ihrem Zweiparteiensystem etwas voraus, ein solches System erspart den Wählern sich zwischen 5, 6 oder noch mehr Parteien (z.B. in Italien) zu entscheiden.

Die Frage der „richtigen“ Anzahl an Alternativen ist nicht beantwortbar, die Zahl von ca. 3 – 4 Alternativen wäre aus psychologischen Gründen “vernünftig”, weil wir erst ab drei Optionen die Entscheidungsfreiheit haben, wirklich zwischen „besseren“ und “schlechteren” Alternativen entscheiden zu können, ohne in die vertrackte Situation des „entweder-oder“ zu kommen.

Sobald wir jetzt jedoch das Instrumentarium der Philosophie anwenden, kommen wir naturgemäß zu der bis heute nicht gelösten Frage, ob wir überhaupt frei entscheiden können, eine Frage, die angefangen von der griechischen Antike, über die Aufklärung bis heute in der modernen Neurologie ein unerschöpfliches Thema ist, das hier nicht allzu sehr vertieft werden soll.

In der Philosophie unterscheidet man zwischen einer bedingten und unbedingten Willensfreiheit. Die bedingte Willensfreiheit hält den Willen für frei, wenn man seinen Willen nach eigenen persönlichen Motiven und Neigungen gebildet hat und tun und lassen kann, was man will. Am schönsten hat das Schopenhauer in dem Satz zusammengefasst, der Mensch könne tun, was er will, aber er könne nicht wollen, was er will.

Wesentlich schwieriger ist es über die unbedingte Willensfreiheit nachzudenken, weil in diesem Konzept nur frei gedacht werden kann, wenn das Wollen wirklich von nichts abhängt, also durch nichts bedingt ist.

Dieser kleine Beitrag kann nicht tiefer in diese Problematik eindringen und möchte mit einem Zitat von Torsten de Winkel (1999) enden, das die ganze Problematik der unbedingten Willensfreiheit recht griffig erfasst:

„Die einzige Möglichkeit, einen wirklich freien Willen zu manifestieren, wäre, etwas zu tun, wozu es keinerlei Veranlassung gibt. Und da dies selbst die Veranlassung wäre, ist dies unmöglich.“

(Alfred Rhomberg)

P.S. in jedem Fall bietet das gewählte Blogbild zu wenig Alternativen, weil es nur ein „entweder oder“ zulässt.

(2) Kommentare zum Beitrag "Über Alternativen und Entscheidungsfreiheit"

RE: Über Alternativen und Entscheidungsfreiheit

Mir gelingt es nie bei diesem Thema den Begriff “Schicksal” auszublenden (muss an meiner religiösen Ader liegen), der hier gekonnt umgangen wird, damit alles auf rationaler Ebene bleibt.

Ich glaube, dass die “Allgemeinheit” (ich mag diese Pauschalierung auch nicht) eigentlich weniger entscheidungswillig ist, weil damit die Anstrengung des Abwägens und Nachdenkens verbunden ist. Diktatorisches Vorgegeben-Werden hat seinen Reiz, wenn man oft und lang vor einem psychischen Entscheidungs-Dilemma steht. Es würde meines Geistes größtes Leid und Tod bedeuten, in der Hoffnung auf “dumm, aber glücklich…”. An eigenem Leibe durfte ich aber Erfahren, dass dieses Dilemma sich dann nicht ändert, nur der Focus wechselt (zB von philosophischen auf pragmatische “Alltagsprobleme”: “Was zieh ich heute an?” usw.). Die meisten Probleme verlieren an Bedeutung nur in anbetracht größerer, wichtigerer.

Zu ihrem Bild muss ich noch hinweisen, dass sich hier ja (wie bei Wein und dem leeren Blatt Papier) noch mindestens zwei weitere Alternativen ergeben (wenn wir mal von Gläser zertrümmern und Gesöff vom Tisch saugen absehen ;-) ).

RE: Über Alternativen und Entscheidungsfreiheit

Der Begriff „Schicksal“ schwingt in seiner religiösen Auslegung bei meinen Überlegungen immer etwas mit (ich bin bewusst – erst vor 6 Jahren vom Protestantismus zum Katholizismus konvertiert – allerdings nicht wegen der Schicksalsfrage!). Dass ich in meinen Beiträgen den Begriff „Schicksal“ trotzdem gerne vermeide, liegt daran, dass man unter Einbeziehung des Schicksalbegriffes eigentlich gar nicht mehr nachdenken dürfte, weil eben das Schicksal alles andere erübrigt. Ich verweise auf meine Beiträge: Kosmo-(logisches?) – Blick aus dem Fenster (30.1.2008), Leben = Sein plus Hoffnung (23.02.2008) und ganz besonders auf Biblia Nova? – Der Konflikt mit der „alttestamentarischen“ Sprache (17.6.2008), in welchem ich – glaube ich – am deutlichsten versucht hatte, den bestehenden und sich immer stärker vertiefenden Konflikt zwischen dem Positivismus der Naturwissenschaften und der Kirche herauszuarbeiten.

Was die Bilder betrifft, so beziehe ich „fahrlässige“ Alternativen (des Zertrümmerns des Weinglases etc.) gar nicht ein – trotzdem ist es mir natürlich bewusst, dass man ein Glas Wein nicht austrinken und ein weißes Blatt Papier nicht füllen muss – aber müssen tut man ja eigentlich fast gar nichts – außer…

Ig.Alfred Rhomberg


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(23.09.2008) vielleicht .....
(23.09.2008) 347 leere Seiten
(18.09.2008) Befindlichkeiten I und II
(17.09.2008) Das Hinterfragen einer modernen Beziehung
(16.09.2008) Versuche mit Wühlmäusen
(15.09.2008) Gähnende Leere – oder das politische Deduktionstheorem
(15.09.2008) Die Hinterfragung von schwarzen Blättern
(15.09.2008) 684 Promille Alkohol
(14.09.2008) Das Hinterfragen eines leeren Blattes
(13.09.2008) Regietheater - oder die Gefahr, Goethe als Autor abzuschaffen
(11.09.2008) Ground Zero - 11.9.2001
(08.09.2008) Metamorphose von Objekt zu Subjekt und retour
(08.09.2008) Strategien und Taktik
(06.09.2008) Weihnachtsvorkehrungen
(04.09.2008) Am Rande eines kreativen Omniversums
(02.09.2008) Das Symposeon
(01.09.2008) Herbstblätter
(30.08.2008) Die herbeigeredete Rezession
nach historischer Entwicklung
(20.11.2008) Die tägliche Krise – darf’s ein bisschen mehr sein?
(20.11.2008) Südtirol – Alto Adige
(18.11.2008) Gebrauchttum
(17.11.2008) Wäre eine "Krisenkrise" auszuhalten?
(14.11.2008) In Memoriam Bruno – Der Bär als Apokalypsenmaler
(12.11.2008) Unter der dunklen Fichte
(11.11.2008) zuhause
(11.11.2008) In Memoriam Bruno – reiche Bären
(10.11.2008) Rundwanderungswege
(08.11.2008) irgendwann...
(08.11.2008) Kryptische Gedanken beim Malen eines schlechten Bildes
(07.11.2008) Die USA - Stilfragen und mentale Unterschiede
(04.11.2008) Das Märchen vom reichen Banker...
(04.11.2008) A E I O U – Achieving Excellence in Our University
(02.11.2008) Beziehungskrisen
(01.11.2008) Der Tag der Seelen
(30.10.2008) Meinungsfreiheit
(30.10.2008) In Memoriam Bruno - Unvollendete Sonate mit skordierter Violine
(29.10.2008) In Memoriam Bruno – Auch Bären können die Schule satt haben
(28.10.2008) Törggelen
(27.10.2008) Die Krise und warum sie nicht mit 1929 verglichen werden darf
(26.10.2008) Gedanken mit offenem Ausgang
(24.10.2008) In Memoriam Bruno – Die Bergrettung
(24.10.2008) Der nächste Zug
(23.10.2008) Erinnerung an Gartenblumen
(22.10.2008) Neues über Tiroler Bergschafe – es gibt sie!
(22.10.2008) Wenn Bankmanager sich schämen bzw. nicht schämen
(21.10.2008) es ist besser...
(20.10.2008) Das Hinterfragen einer modernen Beziehung
(20.10.2008) Der Bär und sein Computerfreund
(18.10.2008) Gefallenes
(18.10.2008) Der ganz normale Alltag
(18.10.2008) Carpe Diem
(16.10.2008) Alles ist so wie früher – nur anders
(15.10.2008) wenn....
(13.10.2008) Greifvögel
(13.10.2008) Geldumlauf - eine neue noch nicht funktionierende Geldtheorie
(12.10.2008) Vernissage
(11.10.2008) Unsere Gesellschaft ist krank – das „borderline“ Syndrom zwischen Schweinebraten und Börsenpanik
(10.10.2008) doremifasolasido – was nicht in den Noten steht (III)
(08.10.2008) Sind Anleihen in der heutigen Situation ein sinnvoller Ausweg?
(08.10.2008) Paradoxon
(08.10.2008) Die leidigen Zinsen...
(07.10.2008) Wieviel mal am Tag sind österreichische Sparbücher sicher?
(07.10.2008) Das Geheimnis
(06.10.2008) Sollten Spitzenmanager bei Firmenpleiten mit ihrem Privatvermögen haften?
(05.10.2008) Winter I und II
(04.10.2008) Geld - second hand
(04.10.2008) Rennfahrer unter sich
(04.10.2008) Monopoly - neue Entwicklungen der Globalisierung
(02.10.2008) Anbetung, gnadenlos und Zweifel – Architektur
(01.10.2008) Mens sana in corpore sano?
(30.09.2008) Die Welt schwelgt in einem Katastophenszenario....aber man sollte die Chancen dabei nicht vergessen!
(29.09.2008) Bruno, der Eichhörnchenbär
(28.09.2008) Kreativität ist ein synergetischer Prozess zu dem auch „Handwerk“ gehört
(26.09.2008) Inständige Bitte an Meteorologen, auf den Herbst besser aufzupassen
(25.09.2008) Eine (fast) unpolitische Begegnung zwischen Materie und Antimaterie
(24.09.2008) Die Wahl der Qual – oder die Kunst auf dem Wasser zu schreiten
(24.09.2008) ASDF - oder war es nicht doch ADSL?
(23.09.2008) vielleicht .....
(23.09.2008) 347 leere Seiten
(18.09.2008) Befindlichkeiten I und II
(17.09.2008) Das Hinterfragen einer modernen Beziehung
(16.09.2008) Versuche mit Wühlmäusen
(15.09.2008) Gähnende Leere – oder das politische Deduktionstheorem
(15.09.2008) Die Hinterfragung von schwarzen Blättern
(15.09.2008) 684 Promille Alkohol
(14.09.2008) Das Hinterfragen eines leeren Blattes
(13.09.2008) Regietheater - oder die Gefahr, Goethe als Autor abzuschaffen
(12.09.2008) Wissenswertes über das Tiroler Bergschaf
(11.09.2008) Ground Zero - 11.9.2001
(10.09.2008) KUNA – Kurznachrichten
(08.09.2008) Metamorphose von Objekt zu Subjekt und retour
(08.09.2008) Strategien und Taktik
(06.09.2008) Weihnachtsvorkehrungen
(04.09.2008) Am Rande eines kreativen Omniversums
(02.09.2008) Das Symposeon
(01.09.2008) Herbstblätter
(30.08.2008) Die herbeigeredete Rezession
(28.08.2008) Horizont
(26.08.2008) Ungebildete Kängurus
(24.08.2008) Schlechte Kandidaten werden von guten Bürgern gewählt, die nicht zur Wahl gehen!
(23.08.