
eZine von Alfred Rhomberg
Innovative Pharmaforschung, Gentechnologie und Stammzellenforschung - Einleitung zu einer schwierigen Thematik
Bildquelle: Alfred Rhomberg
In diesem ersten Beitrag möchte ich erläutern, was Sie sich von der geplanten Beitragsreihe erwarten können. Es wird in loser Folge über das berichtet, was auf dem Gebiet der Gentechnologie, der Stammzellenforschung und hinsichtlich innovativer Pharmaforschung „berichtenswert“ ist. Angestrebt wird eine Art Dolmetscherfunktion, zwischen dem „Fachchinesisch“ wissenschaftlicher Publikationen und den Simplifizierungen und Horrormeldungen, wie sie über viele Medien oft verbreitet werden. Angestrebt wird ferner, zu selektieren was in der Fülle der Publikationen tatsächlich „Zukunft hat“ (oder bereits realisiert wurde) bzw. was möglicherweise lediglich Absichtserklärungen oder Spekulationen sind. Angestrebt wird schließlich, diese Beiträge so verständlich darzustellen, dass sie jeder Interessierte verstehen kann, wobei kritische Kommentare zu den einzelnen Beiträgen immer willkommen sind.
In eigener Sache möchte ich feststellen, dass ich – unabhängig von meinem früher ausgeübten Beruf als Forschungschemiker der Pharmaindustrie, nicht „pro domo“ – also nicht als Interessenvertreter dieser Industrie schreiben werde. Ich habe zwar seit Beginn meiner Doktorarbeit (Ende 1959) nahezu ununterbrochen auf dem Gebiet der Pharmaforschung (sechs Jahre an der Universität Innsbruck und dann hauptsächlich in der industriellen Forschung) gearbeitet, jedoch immer versucht, wissenschaftliche Aspekte von kommerziellen Aspekten zu trennen. Dies war in der Firma in der ich später arbeitete insofern leicht, als sich diese Firma ausschließlich auf seriöse, innovative Forschung (u.a. auch Gentechnologie) spezialisiert hatte. Moderne Arzneimittelforschung ist für den Chemiker eine besondere Herausforderung, weil dies nicht nur ständige Weiterbildung auf dem Gebiet der Chemie – im Gegensatz zu anderen Chemieberufen wird fast die gesamte Breite dieser Wissenschaft berührt – sondern auch auf den Gebieten der Medizin, der Humangenetik, der Biochemie und Biotechnologie erfordert, sodass man schließlich über ein fachübergreifendes Gesamtwissen verfügen muss, das in zunehmendem Maße auch ethische Gesichtspunkte einschließt.
Besonders wichtig ist bei den geplanten Blogbeiträgen auch das Abwägen, ob eine Arzneimitteltherapie grundsätzlich immer richtig ist, oder ob nicht manchmal andere Wege zu besseren Ergebnissen führen können. Dies ist letztlich immer eine Entscheidung des Arztes, der aber wegen seiner beruflich notwendigen Spezialisierung und aus Zeitmangel vielfach nicht die gesamte, komplexe Erscheinung des Individuums „Mensch“ innerhalb der kurzen, von den Kassen vergüteten Sprechstundenzeit pro Patient beurteilen kann. Es ist daher selbstverständlich, dass ich mich hier oder bei den “Igler Reflexen” auch mit Themen der „Alternativmedizin“ auseinandersetze und versuche, eine Trennung zwischen sinnvollen und weniger sinnvollen Ansätzen zu ziehen, denn auch in der Alternativmedizin treten heute kommerzielle Aspekte zunehmend in den Vordergrund. Auch zu dieser Thematik möchte ich gelegentlich Beiträge publizieren, die allerdings kein Schwerpunktthema sein werden. Es versteht sich von selbst, dass ich als eher „theoretischer“ Wissenschaftler nicht über die praktische Erfahrung eines Arztes verfügen kann – der Zugang zu nicht allgemein zugänglichen Daten- und Publikationsarchiven erleichtert mir aber die Arbeit für die sehr weit gesteckten Ziele der beabsichtigten Blogbeiträge.
Abschließend möchte ich zu meiner Person sagen, dass ich nach meiner Pensionierung – im Gegensatz zu meiner früheren Arbeit – heute mehr Zeit habe, mich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. Dazu gehören neben der Weiterverfolgung wissenschaftlicher Fortschritte (nicht nur auf dem Gebiet der Pharmaforschung) auch der Ausgleich in Form meiner aktiven künstlerischen Ambitionen in der Computergrafik und Malerei und die (heute leider nur noch passive) Beschäftigung mit Musik. Früher hatte ich einen „14 Stunden-Arbeitstag“ (besonders während der letzten Berufsjahre), daran hat sich auch heute m. E. nicht sehr viel geändert – außer dass ich meine Zeit heute nur noch mit Dingen ausfülle, die mich wirklich interessieren.
Die nächsten Beiträge werden gesonderte Einführungen zu den drei Hauptgebieten dieses Blogs (Gentechnologie, Stammzellenforschung und innovative Pharmaforschung)sein. In loser Folge werden dann selektierte Beiträge zu diesen Themengruppen folgen.
(Alfred Rhomberg)
am 12.03.2008 19:02






